Das Frederiksborger Pferd

Exterieurbeschreibung und Zuchtmerkmale für das klassische Frederiksborger Pferd

Problemanalyse Die heutige Zucht des Frederiksborgers bringt verschiedenartige Typen hervor, die sich aus der Zuchtgeschichte der Rasse ergeben (Schulpferd der Epochen Barock/Renaissance, Kavalleriepferd, Bauernpferd/Arbeitspferd, Fahrpferd, Sportpferd). Dabei handelt es es meist um mehr oder weniger gelungene Mischungen der unterschiedlichen Rassetypen.

Obwohl im Verbandsreglement des FHF festgeschrieben ist, dass man

”das einzigartige Exterieur schützen und bewahren und dieses so nah wie möglich an die klassische Prägung des Frederiksborgers heranreichen (soll)”

plädieren nur wenige Mitglieder des dänischen FHF  für die Erhaltung klassischen Rassetypus, um ein vermarktbares,  barockes Freizeitpferd für den anspruchsvollen Freizeitreiter zu züchten. Sie stellen sich einen Pfertyp vor, der sich hinsichtlich des Erscheinungsbildes am Amalienborg Denkmal (s.u. / Reiterstandbild Frederik V.) orientiert und die besonderen Interieureigenschaften der Rasse (edler, menschenbezogener Charakter und hohe Arbeitsmotivation) bewahrt hat. Ein Pferd, das sowohl den Beschreibungen von F. R. de la Guérinière, als auch den Wünschen und Vorstellungen des modernen Freizeitreiters enspricht.

Argumente für die Zucht des klassichen Frederiksborgers:

Die Exterieurmerkmale des klassischen Frederiksborgers müssen sich nach den historischen Quellen und den Erscheinungsbildern heutiger barocker Pferderassen richten. Die Interieurmerkmale beziehen sich auf die Verwendung des Frederiksborgers als barockes Reitpferd für den anspruchsvollen Freizeitreiter.

So lässt sich diese außergewöhnliche Rasse gut vermarkten.

Das gegenwärtige Zuchtziel in der Praxis des dänischen Verbandes FHF sieht jedoch anders aus: Er werden hauptsächlich die Frederiksborger als zuchttauglich anerkannt, die im Warmblut- und Sportpferdetyp stehen. Mit der Zucht von Sportpferden, gehen die Gene der rassetypischen Pferde immer mehr verloren.

 

Junker Langlökkegaard/ Gekörter 100% reinrassiger Hengst im Barockpferdetyp

Weitere Merkmale:

Bewegungsablauf:

Taktfest, geschmeidig, raumgreifend mit Schubkraft aus der Hinterhand, Knieaktion und Aktion im Sprunggelenk

Farbe und Abzeichen:

Keine oder wenige Abzeichen bei einfarbigen Pferden

Stockmaß:

Sportpferdetyp (festgesetztes Zuchtziel FHF):
Hengste: nicht unter 165 cm/ Stuten: nicht unter 162 cm

Idealgröße des Barocktyps:
Hengste: 157 - 163 cm / Stuten: 156 - 162 cm

 

Der Idealtyp des klassischen Frederiksborgers ähnelt dem des Reiterdenkmals von Jaques Saly auf dem Schlossplatz von Amalienborg

 


Anhand der Figur lassen sich alle Merkmale erkennen:

  • leichter Ramskopf
  • große, hervorgehobene Augen
  • kleine Ohren
  • langes Genick
  • langer, geschwungener, hoch angesetzter Hals
  • Lange, schräge, flache Schulter (Winkel Oberarm – Schulter = 90 Grad)
  • wenig ausgeprägter Widerrist (ohne Axthieb)
  • kurzer Rücken und kurze Lende abgerundete Kruppe Direkt unter der Hüfte platziertes Knie (gleichschenkliges Dreieck zwischen Hüfte, Knie und Beckenknochen),
  • beinahe quadratischer Körperbau
  • hohe Knie- und Sprunggelenkaktion

Die 12 Hengste, die im 18. Jh.  für die Statue Modell standen, hatten ein Stockmaß zwischen 148 cm und 164 cm (Durchschnitt 155 cm).